Seit der Samtenen Revolution in der Tschechoslowakei im Jahr 1989 war gerade einmal ein Monat vergangen und ich suchte nach Investoren, um eine wirtschaftliche Wochenzeitung herauszugeben. Ich hatte nicht daran gedacht, mich an Schweizer Verlage zu wenden – obwohl Schweizer Investoren Interesse am Bau eines Flughafens in Karlovy Vary gezeigt hatten.

Da rief unerwarteterweise Thomas Trüb an, der damals Chefredakteur der neuen Wochenzeitung Cash war, und kündigte an, dass er nach Prag kommen wollte und sich für Medien-Ventures interessierte. Wir trafen und begrüssten uns – dann gingen wir ein Bier trinken. Nach dem fünften begannen wir uns sehr gut zu verstehen und hatten bereits über ein Joint Venture gesprochen – das erste zwischen einem Ost- und einem West-Unternehmen in der Medienbranche. Nach dem zehnten Bier waren wir uns einig. Und kurz darauf starteten wir die wirtschaftliche Wochenzeitung Profit, die als Erweiterung von Cash in Prag herausgegeben wurde.

Thomas war in vielerlei Hinsicht mein Guru und ich habe viel von ihm gelernt. Er schien fast übermenschlich – für uns war er ein echtes Phänomen, eine Art Phantom, denn zwei oder drei Stunden Schlaf pro Nacht genügten ihm, um am nächsten arbeitsintensiven Tag in Topform zu sein.

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